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Berufskrankheit: Man sieht sich vor Gericht

Rund 100.000 Berufskrankheiten werden jährlich gemeldet. Aber nur der geringste Teil der Betroffenen wird entschädigt. Es lohnt sich deshalb von Anfang an auf juristischen Rat zu bauen. [20.02.2006]





Enrico Hampl ist ausgebildeter Tischler. Innerhalb von drei Berufsjahren stellten sich bei ihm gesundheitliche Probleme ein. "Ich litt unter Reizhusten, tränenden Augen, Schnupfen und einer Hauterkrankung", berichtet der heute 27-Jährige. In einer Spezialklinik wurde die Diagnose gestellt: Holzstauballergie. Die Anerkennung als Berufskrankheit bei der Berufsgenossenschaft Holz dauerte ein halbes Jahr. Hampl hatte Glück im Unglück - denn nur der geringste Teil der Berufskrankheiten wird überhaupt entschädigt.

Berufsgenossenschaft entschädigt bei Berufskrankheit

Der Verdacht auf eine Berufskrankheit muss je nach Branche der zuständigen Berufsgenossenschaft gemeldet werden. Sie tritt als Trägerin der gesetzlichen Unfallversicherung für die Folgen von Unfällen bei der Arbeit und auf dem Arbeitsweg sowie von Berufskrankheiten ein. "Krankheiten sind dann Berufskrankheiten, wenn sie sich ein Versicherter durch die Arbeit zugezogen hat", sagt Andreas Baader, Pressesprecher des Hauptverbandes der gewerblichen Berufsgenossenschaften.

Die Ursachen der beruflich bedingten Erkrankungen sind breit gefächert. Sie reichen von der Arbeit mit gefährlichen Stoffen bis hin zu überwiegendem Arbeiten im Bücken oder Knien. Damit eine Erkrankung von der Berufsgenossenschaft aber auch als Berufskrankheit anerkannt wird, muss sie auf der Berufskrankheiten-Liste zu finden sein, die zurzeit 68 Krankheiten umfasst, sagt Baader. Die so genannten Volkskrankheiten wie Muskel- und Skeletterkrankungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören allerdings nicht dazu.

Die Richtlinien sind streng

"In Einzelfällen werden auch Erkrankungen anerkannt, die nicht auf dieser Liste stehen. So etwa, wenn sie nach neuen Erkenntnissen der Medizin die Voraussetzungen einer Berufskrankheit erfüllen und nur deshalb nicht in der Liste enthalten sind, weil sie bei der letzten Änderung noch nicht vorlagen", erklärt Andreas Baader. Für den Inhalt der Liste sind Bundesregierung und Bundesrat verantwortlich.

Die Richtlinien sind streng. "Im Jahr 2004 haben die Berufsgenossenschaften deshalb von etwa 62.000 Berufskrankheitsverfahren nur rund 23.500 bestätigt. Damit liegt die Anerkennungsquote bei 38 Prozent", bilanziert Pressesprecher Baader. "Die meisten Verfahren sind in der Regel innerhalb eines Jahres abgeschlossen." Verzögerungen gebe es nur, wenn etwa die zuständige Berufsgenossenschaft auf ärztliche Gutachten oder die Stellungnahme des staatlichen Gewerbearztes warten müsse.

Betroffener oder Arzt zeigen die Krankheit an

"Entweder bringen die Betroffenen ihre Berufskrankheiten selbst bei ihrer Berufsgenossenschaft zur Anzeige oder der behandelnde Arzt zeigt die Erkrankung an", berichtet Martin Schafhausen, Fachanwalt für Sozialrecht. Der Frankfurter Jurist gehört dem Geschäftsführenden Ausschuss der Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) an. Ein Berufskrankheitsverfahren verlaufe nach speziellen Regeln, die für den Laien kaum zu durchschauen seien. Lehnt die Berufsgenossenschaft die Übernahme der anfallenden Behandlungskosten ab, steht es dem Antragsteller frei, Widerspruch einzulegen. Kommt es auch dann zu keiner Einigung, landet der Fall letztendlich vor dem Sozialgericht.

Um dies zu vermeiden, könne es sinnvoll sein, von Anfang an einen spezialisierten Rechtsanwalt oder Fachanwalt für Sozialrecht einzuschalten. "Wir Anwälte können uns die Akten zuschicken lassen und sie fachmännisch prüfen", berichtet Experte Schafhausen. "Ein Betroffener kann aber auch ohne juristisch fundierte Begründung im Fall einer Ablehnung Widerspruch einlegen." Die Widerspruchsfrist bei der Berufsgenossenschaft beträgt einen Monat.

Behandlung in Spezialkliniken

Wird eine Krankheit als Berufskrankheit anerkannt, hat der Betroffene eine ganze Reihe Vorteile: "Die Kosten der Heilbehandlung übernimmt dann statt der gesetzlichen Krankenkasse die zuständige Berufsgenossenschaft. Das bedeutet nicht nur den Wegfall aller anfallenden Zuzahlungen, sondern auch eine umfangreichere medizinische Versorgung als sie durch die gesetzlichen Krankenkassen gewährleistet wird", erklärt Andreas Baader.

Auch Behandlungen in berufsgenossenschaftlichen Spezialkliniken gehören dazu. Die Berufsgenossenschaft zahlt sogar eine Berufsunfähigkeitsrente, wenn trotz aller Reha-Maßnahmen ein dauernder Gesundheitsschaden nicht vermieden werden kann, und der Arbeitnehmer nicht mehr in der Lage ist, mindestens drei Stunden am Tag zu arbeiten.

Berufliche Wiedereingliederung

Auch die berufliche Wiedereingliederung wird von der Berufsgenossenschaft finanziert. Dazu gehören Schritte zur Aus- und Weiterbildung oder eine Umschulung. So war das auch bei Enrico Hampl: "Mein Antrag auf Umschulung zum Speditionskaufmann wurde von der Berufsgenossenschaft genehmigt. Ich hatte die Möglichkeit, in dem Betrieb, in dem ich vorher als Tischler und Holzverkäufer gearbeitet habe, als Speditionskaufmann weiterbeschäftigt zu werden."


(Anja Schreiber / Bild: dpa)

 


 


Weitere Informationen:

Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften
www.hvbg.de

 

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