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Ratgeber Kündigung: Fristlose Kündigung durch Arbeitnehmer

Wenn alles zu viel wird

Ratgeber Kündigung: Fristlose Kündigung durch Arbeitnehmer

Wenn Arbeitnehmer fristlos kündigen

Auch Arbeitnehmer dürfen fristlos kündigen - unter bestimmten Umständen. Was Sie beachten sollten.


Von Michael Vogel


Zwar bleibt der betreffende Gesetzesabschnitt in seiner Formulierung vage, aber die Rechtsprechung hat in verschiedenen Fällen festgestellt, dass fristlose Kündigungen in besonderen Situationen seitens des Arbeitnehmers rechtens sind. "So kann der Arbeitnehmer sofort seinem Job fernbleiben, wenn er zum Beispiel durch die Weiterarbeit seine Gesundheit gefährden würde oder der Arbeitgeber strafbare Handlungen von ihm verlangt", sagt die Rechtsanwältin Alexandra Wimmer aus Schwabach. Auch ein tiefgreifender Vertrauensverlust oder Mobbing können Gründe für eine außerordentliche Kündigung sein. Schlägt der Arbeitgeber etwa seine Mitarbeiter ist dies ein Fall von tiefgreifendem Vertrauensverlust.

Gründe, Fristen und Formalien

Immer wieder kommt es auch vor, dass ein Unternehmen bei der Lohn- oder Gehaltszahlung in Rückstand gerät. "Hat der Arbeitgeber mehr als zweieinhalb Monate nicht gezahlt, so kann der Mitarbeiter der Arbeit fernbleiben, ohne Angst vor Sanktionen haben zu müssen", sagt Wimmer. Allerdings müsse er seinen Arbeitgeber zuvor abgemahnt und ihm eine letzte Frist für die Zahlung gesetzt haben.

Eine fristlose Kündigung muss der Arbeitnehmer immer innerhalb von zwei Wochen einreichen, nachdem er selbst von den für die Kündigung relevanten Umständen erfahren hat. Gerade im Hinblick auf einen möglichen Rechtsstreit tut ein Arbeitnehmer gut daran, dass er entsprechende Beweise sammelt. "Bei einer fristlosen Eigenkündigung wegen Krankheit wäre dies ein ärztliches Attest, das die unverzügliche Beendigung des Arbeitsverhältnisses empfiehlt, um eine weitere Verschlechterung des Gesundheitszustands zu vermeiden", nennt Stefan Kramer, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Hannover, ein Beispiel.

Erst informieren, dann handeln


Grundsätzlich drohen bei einer Eigenkündigung eine zwölfwöchige Sperrzeit der Leistungen der Arbeitsagentur und eine Verkürzung des Arbeitslosengeldanspruchs. Vermeiden lässt sich dies nur, wenn ein wichtiger Grund für die eigene Kündigung vorliegt. Daher empfiehlt es sich, vorab bereits mit einem Berater der zuständigen Arbeitsagentur die Situation durchzusprechen, um keine unliebsamen Überraschungen zu erleben.

(Bild: Phototom, Fotolia.com)