Top Jobs - die gefragtesten Berufe
Gute Zeiten Jobsucher: Wer über passende Qualifikationen verfügt, kann zwischen attraktiven Arbeitgebern wählen. Hier sind die besonders gefragten Berufe.
Von Anja Schreiber
Ärzte
In den Medien ist der "Ärztemangel" ein Dauerthema. Berichtet wird von der Unterversorgung in ländlichen Regionen und von Ärzteflucht ins Ausland. Auch die neuesten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit belegen, wie stark die Nachfrage ist: Rechnerisch kommen auf 85 arbeitslose Ärzte 100 Stellenangebote.
Ein eindeutiges Indiz für den Ärztemangel ist auch die Dauer, bis eine vakante Arzt-Stelle besetzt werden kann: Im Januar lag sie im Bundesdurchschnitt bei 165 Tagen. Sonst werden vakante Stellen schon nach durchschnittlich 68 Tagen besetzt. Es herrschen also traumhafte Arbeitsmarktchancen für alle Mediziner. Nur in drei Bundesländern ist der Mangel noch nicht angekommen: in Hamburg, Berlin und Schleswig-Holstein.
Altenpflegefachkräfte
Der demographische Wandel und die Überalterung der Bevölkerung werden in der Öffentlichkeit stark diskutiert. Kein Wunder, dass Berufe boomen, die infolge dieser Entwicklung gebraucht werden. Bestes Beispiel: die Altenpflegefachkraft. Für diese examinierten Fachkräfte ausgeschriebene Stellen sind im Bundesdurchschnitt aktuell 110 Tage vakant.
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Das Verhältnis zwischen offenen Stellen und Bewerbern ist für Arbeitssuchende dabei besonders günstig. Auf 100 gemeldete freie Stellen kamen im Dezember rechnerisch nur 42 Arbeitslose. Dabei erstreckt sich der Fachkräftemangel auf nahezu alle Länder. Einzige Ausnahme ist das Land Brandenburg. Hier erfolgt die Stellenbesetzung schneller. Dennoch ist klar: Die Altenpflege ist ein krisensicherer Arbeitsplatz, gerade auch in der Zukunft.
Gesundheits- und Krankenpflegefachkräfte
Auch der Krankenpflegeberuf hat beste Zukunftsaussichten. So dauerte es bei Gesundheits- und Krankenpflegefachkräften sowie Hebammen im Januar durchschnittlich 109 Tage, bis eine Stelle wieder besetzt wurde. Auf 100 gemeldete freie Arbeitsplätze kommen lediglich 73 Arbeitslose. Anders als bei den Altenpflegekräften kann aber noch nicht in ganz Deutschland von einem Fachkräftemangel die Rede sein: So sieht die BA in den ostdeutschen Bundesländern lediglich Anzeichen für einen Fachkräfteengpass. In den westlichen Bundesländern ist er dagegen schon jetzt Wirklichkeit.
Informatiker, Softwareentwickler und Programmierer
Das Wort vom IT-Fachkräftemangel macht seit Jahren die Runde. Einige erinnern sich sicher noch an das Zitat: "Kinder statt Inder". Aktuell sind aber nicht alle IT-Fachleute gleich begehrt. Einen bundesweiten Expertenmangel stellt die Bundesagentur für Arbeit in der Softwareentwicklung und Programmierung fest, während etwa in der IT-Beratung, Netzwerktechnik und IT-Koordination keine Arbeitskräfteknappheit herrscht.
Die Vakanzzeit bei Stellen für Informatiker, Softwareentwickler und Programmierer betrug im vergangenen Dezember 93 Tage. Auf 100 freie Arbeitsplätze kamen rechnerisch 110 arbeitslose IT-Experten. Von einem Arbeitskräftemangel geht die BA übrigens immer dann aus, wenn die Vakanzzeit mindestens 40 Prozent über dem Bundesdurchschnitt aller Berufe liegt und es weniger als 150 Arbeitslose je 100 gemeldete Stellen gibt. Besonders in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen herrscht ein regelrechter Fachkräftemangel, während andere Länder lediglich Anzeichen für einen Fachkräfteengpass aufweisen.
Maschinenbau- und Fahrzeugbau-Ingenieure
Die Klassiker unter den Mangelberufen sind Maschinenbauingenieure und Fahrzeugbauingenieure. Dort bieten sich beste Arbeitsmarktchancen. Die BA konstatiert in diesem Bereich sogar einen verstärkten Fachkräftemangel. Im Januar lag die Vakanzzeit bei 99 Tagen. Auf 100 gemeldete freie Stellen für Maschinen- und Fahrzeugtechnikexperten kamen rechnerisch lediglich 81 Arbeitslose mit passendem Qualifikationsniveau. Mit Ausnahme von Schleswig-Holstein herrscht in allen westlichen Bundesländern ein Arbeitskräftemangel. Wer also Maschinenbau- und Fahrzeugbau-Ingenieur ist, sollte in diese Bundesländer ziehen. Dann sind die Berufsaussichten prima!
Elektro-Ingenieure
"Fachkräftemangel verschärft sich weiter": So titelten kürzlich einige Tageszeitungen. Schließlich weist die BA auf eine Verstärkung der Mangelsituation hin, auch bei Elektro-Ingenieuren: Auf 100 gemeldete Arbeitsstellen kamen im Januar rechnerisch 93 arbeitslose Ingenieure im Bereich Mechatronik, Energie und Elektro. Die Vakanzzeit lag bundesweit bei 100 Tagen. Auch in diesem Beruf herrscht der Fachkräftemangel vor allem in den westlichen Bundesländern, insbesondere in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, aber auch in Nordrhein-Westfalen, Bremen, Niedersachsen und Hamburg.
Elektroinstallateure, Elektromonteure
Fachkräfte im MINT-Bereich werden aber nicht nur unter Akademikern gesucht, auch Ausbildungsberufe haben - wie aktuelle Zahlen zeigen - sehr gute Arbeitsmarktchancen. Beeindruckendes Beispiel sind Elektroinstallateure und Elektromonteure. Im Januar kamen auf 100 freie Arbeitsplätze gerade einmal 57 Arbeitslose. 91 Tage dauerte es durchschnittlich, um eine Stelle neu zu besetzen.
(Bild: Markus Lambrecht, istock)