Wer sich in Thailand bewerben will, muss sich nicht groß umstellen. In die Unterlagen gehören weitgehend dieselben Dokumente wie auch in Deutschland. Eventuelle Ausnahmen: Bewerbungen bei Unternehmen, die weder thailändischer noch deutscher Herkunft sind. [16.08.2004]
Englisch ist die Geschäftssprache vieler Firmen in Thailand. Mit einer englischsprachigen Bewerbung liegt man also in den meisten Fällen goldrichtig. Wer die Landessprache Thai beherrscht, kann damit natürlich bei einer einheimischen Firma glänzen. Da die asiatische Sprache und ihre Schriftzeichen für Europäer eher schwierig zu erlernen sind, werden Bewerbern aus Deutschland fehlende Thai-Sprachkenntnisse oft nachgesehen - wenn die berufliche Qualifikation stimmt. Auf Nummer sicher gehen Bewerber, wenn sie vorab im angepeilten Unternehmen anrufen und sich danach erkundigen, in welcher Sprache sie Anschreiben und Lebenslauf verfassen sollen.
Bei deutschen Firmen gehen die Bewerbungen oft ans deutsche Mutterhaus. Dort werden Unterlagen in deutscher Sprache in der Regel am liebsten gesehen. Wer sich bei einem Unternehmen anderer Nationalität bewirbt - in Thailand sind auch viele Firmen aus den USA, der Schweiz und Australien aktiv - informiert sich am besten über die Gepflogenheiten in dessen Heimatland.
Der Ton macht die Musik
Wie in allen asiatischen Ländern gilt auch in Thailand als wichtigster Grundsatz: Immer besonders höflich sein. Forsche Formulierungen, wie sie in Deutschland mitunter eingesetzt werden ("Ich erwarte Ihren Anruf"), stoßen in Thailand auf keine Gegenliebe. Das sollten Bewerber beim Verfassen des Anschreibens für ein thailändisches Unternehmen immer im Hinterkopf behalten.
Wenn vorhanden sollten Bewerber im Anschreiben auf ihre bisherigen Auslandserfahrungen hinweisen. Besonders vorteilhaft sind diese Erfahrungen, wenn sie aus dem asiatischen Raum stammen. Dann weiß der Empfänger, dass sein Bewerber sich schon einmal in diesem Kulturraum bewährt hat. Wer noch keine beruflichen Erfahrungen in Asien sammeln konnte, kann stattdessen auch Reisen und ein generelles kulturelles Interesse für sich in die Waagschale werfen. Wichtig ist, dass in der Bewerbung zum Ausdruck kommt, dass der Wunsch nach einem Job in Thailand einen nachvollziehbaren Grund hat und nicht aus einer bloßen Laune heraus entstanden ist.
Wer ist der richtige Ansprechpartner?
Darüber hinaus gelten für Bewerbungen an deutsche und thailändische Unternehmen die selben Regeln. Vorab muss der konkrete Ansprechpartner ermittelt werden. Stand der Name nicht in der Ausschreibung und ist auch nicht auf den Internetseiten des betreffenden Unternehmens zu finden, hilft ein Anruf im Unternehmen. Nach Thailand kostet er rund neun Cent pro Minute (Tipps zum günstigen Telefonieren unter Interessante Links). Beim Anrufen an die Zeitverschiebung denken: Sie beträgt plus sechs Stunden (MEZ) beziehungsweise fünf Stunden (MESZ). Nur ein "Sehr geehrte Damen und Herren" oder die Nennung eines falschen Ansprechpartners kommt in keinem Land gut an. Bewerber sollten bei den ihnen fremden thailändischen Namen außerdem ganz besonders auf die korrekte Schreibweise achten.
Praxisnahe Darstellung
Neben der Auslandserfahrung gehört natürlich auch die Darstellung der beruflichen Qualifikation ins Anschreiben. Möglichst praxisnah kommt das am besten an. Nicht nur: "Als Projektmanager Hochbau war ich für das Projekt 'Wachsende Stadt' verantwortlich." Sondern zusätzlich: "Dabei haben mein Team und ich sowohl die Innenstadtverdichtung als auch die Entwicklung ganzer Stadtteile auf der 'Grünen Wiese' geplant und erfolgreich umgesetzt."
Lückenlose Vita
Auch in Sachen Lebenslauf müssen Bewerber sich nicht umstellen, wenn sie ihre Unterlagen für ein thailändisches Unternehmen vorbereiten. Lebensläufe von berufserfahrenen Bewerbern sollten umgekehrt chronologisch aufgebaut sein. So erfasst der Empfänger gleich auf den ersten Blick, mit welchen Aufgaben sich der Bewerber aktuell beschäftigt. Bewerber mit wenig Berufserfahrung und Praktikanten machen es andersherum auch nicht falsch. Die chronologische Darstellung des Lebenslaufs gilt inzwischen jedoch in den meisten Firmen als altmodisch.
Bewerber sollten auf die lückenlose Darstellung in ihrer Vita achten. Zum einen müssen alle beruflichen und ausbildungsrelevanten Stationen, die im Anschreiben erwähnt wurden, auch im Lebenslauf auftauchen. Zum anderen dürfen keine anderen zeitlichen Lücken auftreten. Am besten, man prüft abschließend, ob alle Monats- und Jahresangaben logisch aufeinander folgen.
Für thailändische Personalverantwortliche sind auch die privaten Interessen eines Kandidaten von Belang. Bewerber sollten darum auch ihren Hobbys und sonstigen Freizeitinteressen einen Absatz widmen.
Anlagen übersetzen
Zur vollständigen Bewerbung gehören Anlagen, die die Angaben aus dem Lebenslauf belegen, zum Beispiel Studienabschlüsse, Arbeitszeugnisse und Weiterbildungszertifikate. Um sie thailändischen und anderen ausländischen Firmen verständlich zu machen, müssen sie ins Englische übersetzt werden. Eine Beglaubigung ist dabei in der Regel nicht notwendig - außer sie wird vom Unternehmen ausdrücklich angefordert.
(Andrea Pawlik)