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Technischer Redakteur

Technischer Redakteur

Wenn man nach der Lektüre einer Gebrauchsanleitung wieder nur Spanisch versteht, hat der Entwickler selbst zur Feder gegriffen. Technische Redakteure können das besser.




Einer, der es können muss, ist der Technische Redakteur. Glaubt man den Prognosen von Arbeitsmarktexperten, fehlen in Deutschland jedes Jahr sehr viele dieser technisch gebildeten Fachleute mit guter Schreibe. Claus Noack, Geschäftsführer von cognitas, einem großen Dienstleistungsunternehmen für technische Dokumentation, bestätigt diesen Trend und liefert die Begründung dafür: "Die boomende Wirtschaft produziert immer mehr und die Verbraucher werden immer kritischer und selbstbewusster. Die Qualität der Produktbeschreibung wird somit immer wichtiger."

Bin ich geeignet?

Gute Voraussetzungen für diesen Beruf haben vor allem

  • Absolventen eines Studienganges "Technische Redaktion"
  • Absolventen eines technischen, naturwissenschaftlichen oder IT-Studienganges, beispielsweise Elektrotechnik, Maschinenbau, Wirtschaftsinformatik oder Pharmazie
  • Absolventen eines geisteswissenschaftlichen oder publizistischen Studiums mit entsprechenden technischen Interessen und Kenntnissen

Was muss ein Technischer Redakteur können?

Ob es sich um neue Handy-Generationen mit einem unendlich tief verzweigten Menü oder um den guten alten Beipackzettel handelt: Technische Redakteure verfassen technische Dokumentationen, die zum Teil sehr komplizierte und komplexe Sachverhalte einfach, klar, übersichtlich und wenn möglich lebendig beschreiben. Immer müssen dabei diese Fragen beantwortet werden: Was kann das Gerät? Wie ist es aufgebaut? Wie funktioniert es? Wie muss ich es bedienen? Und hinsichtlich der Anwender: Für wen ist der jeweilige Text bestimmt? Bei einem Handbuch für eine bestimmte Software kann es zum Beispiel vorkommen, dass es Kapitel für so genannte "DAUs" (dümmste anzunehmende User), Administratoren und Systementwickler gleichermaßen enthält. Der Technische Redakteur ist auch dafür verantwortlich, dass die Sicherheitshinweise an den richtigen Stellen im Handbuch und am Produkt stehen, sodass eine Gefährdung des Benutzers ausgeschlossen ist. Dazu muss sich der Technische Redakteur in den produktspezifischen Normen, Richtlinien und Gesetzen auskennen.

Der Technische Redakteur muss ein ganzes Spektrum von Anleitungstypen erstellen: Handbücher, Anleitungen, Schulungsunterlagen oder auch Werbeschriften und PR-Mitteilungen. Zu unterscheiden ist generell zwischen betriebsinternen - also Betriebs-, Arbeitsunterlagen oder Pflichtenhefte - und betriebsexternen Dokumentationen wie Produktinformationen oder Bedienungsanleitungen. Ein Redakteur hat es außerdem nicht nur mit Printmedien zu tun: Es gilt auch Hypertexte für CD-ROM, Inter- und Intranet oder Datenbankeinträge umzusetzen. Hierzu sind natürlich technisches und fachsprachliches Wissen sowie rhetorische und didaktische Fähigkeiten nötig: Schritt für Schritt muss der Benutzer ans Ziel gelangen und darf keinen Gefahrenhinweis übersehen.

Kooperation mit anderen Abteilungen

Der Technische Redakteur ist auf die Kooperation mit anderen Abteilungen wie etwa der Produktentwicklung, dem Marketing oder Kundenservice angewiesen. Bevor ein Produkt beschrieben werden kann, muss es dem Redakteur selbst mit allen seinen Funktionen transparent sein. Das setzt oft enge Zusammenarbeit mit den Entwicklern voraus. Soll die Darstellung in einem Bedienungshandbuch anschaulicher gestaltet werden, helfen Tabellen und Grafiken, die entworfen und mit Grafikern besprochen werden müssen. Bei alledem behält der Technische Redakteur auch immer die Kosten der Produktion des Dokumentationsmaterials im Auge.

Claus Noack: "Im Unterschied zu vielen anderen Formen des Journalismus sind Technische Redakteure fachlich mehr gefordert. Sie müssen die Sachverhalte, die sie dokumentieren, wirklich selbst bis ins letzte Detail verstehen, sonst können sie diese für den Verbraucher nicht didaktisch wirkungsvoll aufbereiten. Diese Mischung aus Schreiben und Technik macht's. Außerdem wird es nie langweilig! Nach der Gebrauchsanweisung für einen neuen Rechner wird im nächsten Projekt vielleicht eine Betriebsanleitung zu einem neuen Kleinwagen erstellt. Gerade bei größeren Projekten wird dabei Teamarbeit ganz groß geschrieben."

Wo und was kann ich studieren?

Es gibt eigenständige Fachhochschulstudiengänge, die zum Abschluss "Diplom-Technikredakteur" führen, etwa an den Fachhochschulen in Aalen, Karlsruhe und Hannover. Karlsruhe bietet zudem seit dem Wintersemester 2005/2006 Bachelor- und Masterstudiengänge im Fachgebiet Technische Redaktion an. Die FH Bonn-Rhein-Sieg bietet einen Studiengang "Technikjournalismus" an, der mit dem Abschluss "Diplom-Journalist (FH)" endet.

Daneben gibt es einen Studiengang zum Technischen Redakteur an der FH Flensburg sowie den Studiengang "Kommunikation und Technische Dokumentation" an der Hochschule Merseburg. Hier kann zwischen drei Studienrichtungen gewählt werden: Elektrotechnik, Technik-Illustration und Maschinenbau. Das Studium endet als "Diplom-Technikredakteur".
Ansonsten gibt es im Rahmen von Journalistik- und Ingenieur-Studiengängen an Fachhochschulen und Universitäten Spezialisierungsmöglichkeiten im Bereich technische Redaktion.

Wie und wo kann ich mich weiterbilden?

"Bisher", so Claus Noack, der selbst nach einem Maschinenbaustudium und training on the job Technischer Redakteur wurde, "werden alle Absolventen mit Fachhochschulabschluss vom Fleck weg engagiert, deshalb werden auch Quereinsteiger weiter Chancen bekommen, weil der Bedarf an Arbeitskräften sehr hoch ist." Neben Studiengängen können auch Weiterbildungs- oder Umschulungsmaßnahmen in technische Redaktionen führen. Im Bildungsinstitut für Technische Kommunikation GmbH in Dortmund beispielsweise finden regelmäßig mehrmonatige Vollzeitlehrgänge zum Technischen Redakteur statt.

Wer bereits ein technisches oder geisteswissenschaftliches Studium abgeschlossen hat, kann sich mit einem Zusatz- oder Aufbaustudiengang in Technischer Redaktion weiterbilden. So wird ein Masterstudiengang "Technische Redaktion" an der FH Karlsruhe angeboten, an der FH Gießen-Friedberg gibt es den Master-Studiengang "Technische Redaktion und multimediale Dokumentation". Die FH Merseburg bietet einen Masterabschluss in "Technischer Redaktion und Wissenskommunikation" an.

Einstieg über ein technisches Volontariat

Ein möglicher Einstieg funktioniert auch über ein Technisches Volontariat. Das Technische Volontariat ist eine betriebliche Ausbildung in einem Unternehmen, die durch außerbetriebliche Weiterbildungen ergänzt wird. Es lehnt sich in seiner Konzeption und der vertraglichen Ausgestaltung an das journalistische Volontariat an. Die Ausbildungszeit beträgt 24 Monate und kann in Absprache mit dem Ausbildungsunternehmen auf zwölf Monate verkürzt werden.

Gleichzeitig werden in der außerbetrieblichen Weiterbildung fundierte theoretische Kenntnisse vermittelt. Der Volontär erhält ein festes Gehalt von mindestens 1.300 Euro brutto, die Kosten für die außerbetriebliche Weiterbildung übernimmt das Unternehmen. Nach Abschluss der Ausbildung bestehen gute Chancen auf Einstellung im Ausbildungsunternehmen.

Das Technische Volontariat ist für jeden Interessenten mit technischen Kenntnissen offen. Es eignet sich insbesondere für

  • Personen mit einem technisch orientierten Berufs- oder Hochschulabschluss
  • Bewerber aus Kommunikationsberufen
  • Interessenten aus dem Bereich der Fremdsprachenübersetzung
  • Hochschulabsolventen anderer Fachrichtungen mit technischem Hintergrund

Wo gibt's Jobs?

Da immer mehr Produkte auf den Markt geworfen werden, die sich dem Käufer bis ins Detail erschließen sollen, ist der Technische Redakteur ein Beruf mit Zukunft, der als Angestellter oder Freiberufler ausgeübt werden kann. Auch kann man eine Dienstleistungsfirma für Technische Dokumentation gründen oder sich bei einer solchen verdingen. Technische Redakteure arbeiten jedenfalls in fast allen Wirtschaftszweigen, überall dort, wo es eine größere Produktionsabteilung gibt, traditionell in den Bereichen Maschinen-, Anlagen-, Fahrzeug- und Schiffbau, aber auch bei Hard- und Softwareherstellern, in der Unterhaltungselektronik-Branche sowie in den Bereichen Foto und Optik.

In den Stellenanzeigen finden sich folgende Synonyme für die Berufsbezeichnung "Technischer Redakteur":

  • Dokumentationsfachmann
  • Schreiber für Produkte
  • Dokumentationsingenieur

Linktipp: www.beruf-technischer-redakteur.de

(red/Elke Pohl / Bild: Dominique Luzy, Fotolia.com)


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